A. Lange & Söhne: Renaissance einer Marke – Über das dialektische Verhältnis von Innovation und Tradition bei der Uhrenmarke Lange & Söhne

Normalerweise haben Unternehmen zuerst ein Produkt und müssen sich dann ihre eigene Tradition über Generationen hinweg durch konsequente Markenpflege verdienen. Bei A. Lange & Söhne verhielt es sich genau umgekehrt: Bevor noch die erste Uhr der Neuzeit konzipiert war, hatte das Unternehmen bereits einen exklusiven Namen und eine bewegte Geschichte. Diese Tradition war das entscheidende Kapital bei der Neugründung der Manufaktur im Jahr 1990. Sie prägte den Geist des Unternehmens und damit den Aufbau der Manufaktur, sie beeinflusste die Modellpolitik und das Marketing, und sie bestimmt auch heute noch das Erscheinungsbild der Produkte. Sie war aber stets auch die Meßlatte für den hohen Anspruch, den die sächsischen Meisteruhrmacher an sich selbst stellten. Der Erfolg der Lange Uhren GmbH ist nicht erklärbar ohne die Historie, und die ist nicht verstehbar ohne die Geschichte des Firmengründers Ferdinand Adolph Lange. Es ist sein Wertesystem, das sich in jeder einzelnen Lange-Uhr widerspiegelt: Sein Erfindungsgeist, sein Streben nach Perfektion, seine Verbundenheit mit Glashütte und Sachsen und sein soziales Engagement für die Menschen in dieser Region. Tradition in seinem Sinne bedeutet nicht: Uhren aus der Zeit des Ferdinand Adolph Lange zu bauen. Sondern: Uhren im Geist von Ferdinand Adolph Lange zu bauen. Über das dialektische Verhältnis von Tradition und Innovation bei A. Lange & Söhne.